Nacht


Nacht
Nacht [naxt], die; -, Nächte ['nɛçtə]:
Zeit der Dunkelheit zwischen Abend und Morgen:
eine kalte, angenehme Nacht; bei Anbruch der Nacht; in der Nacht von Samstag auf Sonntag; gestern, heute, morgen Nacht.
Zus.: Dienstagnacht, Frostnacht, Frühlingsnacht, Silvesternacht.

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Nạcht 〈f. 7u
1. die Zeit zw. Ende der Abend- u. Beginn der Morgendämmerung
2. 〈Sinnbild für〉 Dunkelheit, tiefer Frieden, Ruhe des Todes, böse Zeit, Hässlichkeit
● des \Nachts, eines \Nachts ● die \Nacht der Barbarei, des Faschismus, des Wahnsinns 〈fig.〉; bei Einbruch der \Nacht; die \Nacht ist keines Menschen Freund 〈Sprichw.〉; bei \Nacht und Nebel den Ort verlassen mitten in der Nacht; 〈fig.〉 heimlich; wir haben uns die \Nacht um die Ohren geschlagen 〈fig.; umg.〉 haben nicht geschlafen (um zu feiern, zu arbeiten); der Dieb konnte im Schutze der \Nacht unerkannt entkommen; Tag und \Nacht arbeiten; zwischen beiden besteht ein Unterschied wie Tag und \Nacht sie sind grundverschiedenanbrechen: die \Nacht bricht an, bricht herein, sinkt hernieder, zieht herauf 〈poet.〉; es wird \Nacht; ihm wurde (es) \Nacht vor Augen 〈fig.〉 er verlor das Bewusstsein; die \Nacht zubringen bei, in ● eine durchwachte, durchzechte \Nacht; sie hat ganze Nächte an seinem Krankenbett durchwacht; gute \Nacht! (Gruß beim Zubettgehen, beim Abschied am Abend od. in der Nacht); gute/Gute \Nacht sagen, wünschen; na, dann gute \Nacht! 〈umg.〉 (Ausruf der Enttäuschung); hässlich wie die \Nacht sehr hässlich; ich habe die halbe \Nacht wachgelegen; Heilige \Nacht die Nacht vom 24. zum 25. Dezember; zu einer italienischen \Nacht einladen 〈fig.〉 zu einem Gartenfest; er ist letzte \Nacht gestorben; eine mondhelle, sternklare, stockdunkle, stockfinstere \Nacht; der Patient hat eine schlaflose, unruhige \Nacht verbracht; die Schwüle, Wärme südlicher Nächte; Tausendundeine \Nacht (oriental. Märchensammlung); die Zwölf Nächte (vom 25. Dezember bis zum 6. Januar) ● bei \Nacht fahren; sich für die \Nacht anmelden zum Übernachten; gestern, heute Nacht; in der vergangenen \Nacht; im Laufe der \Nacht kam Sturm auf; er kam erst spät in der \Nacht; bis spät in die \Nacht, bis in die späte \Nacht arbeiten; mitten in der \Nacht; tief in der \Nacht; ihr Stern ging über \Nacht auf 〈fig.〉 plötzlich, ganz überraschend wurde sie berühmt; über \Nacht bleiben, die \Nacht über bleiben bis zum Morgen; während der \Nacht; hässlich wie die \Nacht (finster ist); zu, zur \Nacht essen 〈süddt.〉 Abendbrot essen; er macht den Tag zur \Nacht und die \Nacht zum Tag er arbeitet nachts u. schläft am Tag; →a. gut [<ahd. naht, engl. night, got. nahts <germ. *naht- <idg. *nokt- „Nacht“]

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Nạcht , die; -, Nächte [mhd., ahd. naht, urspr. Bez. für den gesamten Zeitraum von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang]:
Zeitraum etwa zwischen Sonnenuntergang u. Sonnenaufgang, zwischen Einbruch der Dunkelheit u. Beginn der Morgendämmerung:
eine mondhelle N.;
die Nächte sind jetzt schon kühl;
die N. kommt, bricht an;
eine N. im Freien verbringen;
die Patientin hatte eine schlechte N.;
etw. bereitet jmdm. schlaflose Nächte (regt jmdn. so sehr auf, ärgert ihn so sehr, dass er nächtelang nicht schlafen kann);
zwei Nächte lang;
heute N. (in der Nacht von gestern auf heute od. von heute auf morgen);
eines -s (geh.; in, während einer Nacht);
ein Quartier für eine N.;
N. für N. (jede Nacht);
im Schutz, bei Einbruch der N.;
in der N. auf/zum Montag;
sie fuhren in die N. hinaus;
bei jmdm. über N. bleiben;
bis spät in die N. /bis in die späte N. [hinein] arbeiten;
zur N. (geh.; nachts, zur Nachtzeit);
in der N. von Sonntag auf Montag;
er kam spät/mitten in der N.;
Heilige N. (Nacht zum ersten Weihnachtstag);
die Zwölf Nächte (die Nächte zwischen Weihnachten u. Dreikönigstag);
gute N.! (Grußformel vor dem Schlafengehen, Einschlafen: [zu] jmdm. Gute, [auch:] gute N. sagen);
na, dann gute N.! (ugs.; Ausruf der Enttäuschung, der Resignation);
N. der langen Messer (salopp:1. grausames Morden; Gemetzel, das an einer gegnerischen Gruppe begangen wird. 2. Gelegenheit o. Ä., bei der durch politischen Machtwechsel o. Ä. eine Anzahl nicht mehr erwünschter Personen kurzerhand ihres Wirkungsbereichs, Einflusses beraubt, wirtschaftlich, beruflich o. Ä. zugrunde gerichtet wird);
schwarz wie die N. (emotional; tiefschwarz, sehr dunkel);
hässlich wie die N. (emotional; sehr hässlich);
die N. zum Tage machen (sich nicht schlafen legen, die ganze Nacht durcharbeiten, durchfeiern o. Ä.);
sich <Dativ> die N. um die Ohren schlagen (ugs.; sich aus irgendeinem Grund nachts nicht schlafen legen);
bei N. und Nebel (ganz heimlich [u. bei Nacht]).

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Nacht,
 
der Zeitraum zwischen Sonnenunter- und -aufgang; seine Dauer hängt von der geographischen Breite des Beobachtungsortes und von der Jahreszeit ab. Am Äquator ist die Nacht immer 12 Stunden lang, in allen anderen Breiten nur zu den Zeiten der Tagundnachtgleiche (um den 21. 3. und den 23. 9.). Auf der nördlichen Halbkugel ist die Nacht zur Wintersonnenwende (um den 21. 12.) am längsten, zur Sommersonnenwende (um den 21. 6.) am kürzesten. Auf der Südhalbkugel sind Winter- und Sommersonnenwende gegenüber der Nordhalbkugel vertauscht. (Polarnacht)
 

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Nạcht, die; -, Nächte [mhd., ahd. naht; Zeitraum von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang; vgl. ↑Fastnacht]: Zeitraum etwa zwischen Sonnenuntergang u. Sonnenaufgang, zwischen Einbruch der Dunkelheit u. Beginn der Morgendämmerung: eine dunkle, finstere, mondhelle, klare, kalte, laue N.; Es war eine prachtvolle, fast sternklare N. (Menzel, Herren 65); draußen war schwarze N. (war es sehr dunkel, finster); eine unruhige, durchwachte, durchtanzte N.; diese erste N. in Amerika war keine gute N. (Schnabel, Marmor 13); die Nächte sind jetzt schon kühl; es wird schon N. (die Abenddämmerung ist angebrochen); die N. kommt, bricht an, sinkt hernieder, zieht herauf; eine N. im Freien verbringen; die Patientin hatte eine schlechte N.; etw. bereitet jmdm. schlaflose Nächte (regt jmdn. so sehr auf, ärgert ihn so sehr, dass er nächtelang nicht schlafen kann); zwei Nächte lang; die nächste, folgende N. (seltener; in der, während der nächsten, folgenden Nacht) wollte er wach bleiben; gestern N. (in der Nacht von vorgestern auf gestern od. von gestern auf heute); heute N. (in der Nacht von gestern auf heute od. von heute auf morgen); morgen N. (in der Nacht von heute auf morgen od. von morgen auf übermorgen); im Schutz, bei Einbruch der N.; des -s (geh.; nachts, in der Nacht, während der Nacht); eines -s (geh.; in, während einer Nacht); bis spät in die N./bis in die späte N. [hinein] arbeiten; durch die N. (durch die Dunkelheit der Nacht) fahren; ein Quartier für eine N.; N. für N. (jede Nacht); in der N. von Sonntag auf Montag; in der N. auf/zum Montag; er kam spät/mitten in der N.; sie fuhren in die N. (in die Dunkelheit der Nacht) hinaus; bei jmdm. über N. bleiben; er kommt nicht vor der N. (vor Anbruch der Dunkelheit) zurück; zur N. (geh.; nachts, zur Nachtzeit); (österr. ugs. einer Zeitangabe nachgestellt:) 12 Uhr N. (nachts); Ü (dichter.:) die N. des Todes; *Heilige N. (Nacht zum ersten Weihnachtstag); italienische N. (Lampionfest; nach italienischer, bes. venezianischer Sitte); die Zwölf Nächte (die Nächte zwischen Weihnachten u. Dreikönigstag); gute N.! (Grußformel vor dem Schlafengehen, Einschlafen): [zu] jmdm. Gute, (auch:) gute N. sagen; na, dann gute N.! (ugs.; Ausruf der Enttäuschung, der Resignation); N. der langen Messer (salopp; 1. grausames Morden; Gemetzel, das an einer gegnerischen Gruppe begangen wird. 2. Gelegenheit o. Ä., bei der durch politischen Machtwechsel o. Ä. eine Anzahl nicht mehr erwünschter Personen kurzerhand ihres Wirkungsbereichs, Einflusses beraubt, wirtschaftlich, beruflich o. ä. zugrunde gerichtet werden); schwarz wie die N. (emotional; tiefschwarz, sehr dunkel); hässlich wie die N. (emotional; sehr hässlich); dumm, blöd, doof o. Ä. wie die N. (ugs., emotional; sehr dumm, blöd, doof o. Ä.); die N. zum Tage machen (sich nicht schlafen legen, die ganze Nacht durcharbeiten, durchfeiern o. Ä.); sich <Dativ> die N. um die Ohren schlagen (ugs.; sich aus irgendeinem Grund nachts nicht schlafen legen); bei N. und Nebel (ganz heimlich [u. bei Nacht]): sie gingen bei N. und Nebel über die Grenze; über N. (ganz plötzlich u. unerwartet; mit einem Schlag): sie wurde über N. berühmt; zu N. essen (landsch.; ↑Abend 1).

Universal-Lexikon. 2012.

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